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Huhn & Hof

Themenübersicht

Hühnergesundheit: Milben, Würmer, Impfung, Seuchen

Von 7 Min. Lesezeit

Braune Henne mit rotem Kamm zwischen Gartenpflanzen
Foto: lennartbruchhaus / Pixabay

So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise

Inhalt dieser Seite

Hühner zeigen Krankheiten oft erst spät. Wer seine Tiere täglich ansieht, erkennt Veränderungen früh: ein Huhn, das abseits steht, aufgeplustert ist oder nicht mehr frisst, ist fast immer krank. Diese Übersicht erklärt die häufigsten Gesundheitsprobleme im Hühnerstall, von der Roten Vogelmilbe über Würmer und Durchfall bis zur Geflügelpest, und sagt klar, was Sie selbst tun können und wann die Tierarztpraxis oder das Veterinäramt gefragt ist. Medikamente und Dosierungen nennen wir bewusst nicht: Die gehören in tierärztliche Hand, zumal bei Hühnern, deren Eier Sie essen.

Wann zum Tierarzt?

  • Ein Huhn frisst und trinkt nicht mehr, sitzt aufgeplustert in der Ecke oder kann nicht stehen.
  • Blutiger Durchfall, besonders bei Küken und Junghennen.
  • Atemgeräusche, Niesen, Ausfluss aus Nase oder Augen bei mehreren Tieren.
  • Lähmungen an Beinen oder Flügeln.
  • Schwere Verletzungen nach Picken oder Raubtierangriff.
  • Sofort Tierarzt und Veterinäramt: mehrere tote Hühner innerhalb kurzer Zeit, blau verfärbte oder geschwollene Kämme, plötzlich kaum noch Eier.

Der tägliche Gesundheitscheck

Nahaufnahme einer schwarzen Henne mit leuchtend rotem Kamm und klarem Auge
Klares Auge, roter Kamm, glattes Gefieder: So sieht ein gesundes Huhn aus. Foto: furbymama / Pixabay

Nehmen Sie sich beim Füttern zwei Minuten Zeit und achten Sie auf diese Punkte:

MerkmalGesundAchtung
Verhalten✓ neugierig, scharrt, frisst✗ steht abseits, aufgeplustert, Augen halb geschlossen
Augen und Nase✓ klar, trocken✗ verklebt, Ausfluss, geschwollen
Kamm✓ kräftig gefärbt (bei Legehennen rot)! blass, bläulich oder geschwollen
Atmung✓ ruhig, ohne Geräusch✗ Röcheln, Niesen, Atmen mit offenem Schnabel ohne Hitze
Kot✓ geformt mit weißer Kappe! sehr wässrig, blutig, auffällig grünlich
Gefieder✓ glatt, glänzend! kahle Stellen außerhalb der Mauser, Krusten, Milben

Rote Vogelmilbe

Die Rote Vogelmilbe ist der häufigste Plagegeist im Hühnerstall. Sie ist nachtaktiv: Tagsüber versteckt sie sich in Ritzen, Spalten, Nestern und an den Sitzstangen, nachts krabbelt sie auf die schlafenden Hühner und saugt Blut. Deshalb sieht man sie tagsüber auf den Hühnern kaum. Die Milbe ist extrem widerstandsfähig: Sie übersteht Temperaturen von minus 25 bis plus 45 Grad und kann bis zu ein Jahr ohne Blutmahlzeit überleben. Starker Befall schwächt die Hühner durch Blutverlust bis zur Blutarmut, macht sie unruhig und lässt die Legeleistung sinken. Finden die Milben keine Vögel, beißen sie auch Menschen und Haustiere.

Grafik: Tagsüber sitzt die Rote Vogelmilbe in Ritzen, an Stangenenden, in Nestern und im Staub, nachts krabbelt sie auf die Hühner und saugt Blut
Warum Milben im Stall bekämpft werden müssen und nicht nur am Huhn. Zum Vergrößern antippen.
  1. Kontrollieren

    Nachts mit der Taschenlampe die Sitzstangen und die Hühner absuchen. Tagsüber helfen Verstecke aus Pappe oder Holz, Klebefallen oder ein Blick unter die Stangenenden.

  2. Verstecke beseitigen

    Ritzen schließen, glatte Oberflächen schaffen, abnehmbare Stangen einbauen. Staub und getrockneten Kot regelmäßig entfernen.

  3. Gründlich reinigen

    Stall und Einrichtung mechanisch reinigen, zum Beispiel mit einem Dampfstrahler. Hitze ab 50 Grad tötet die Milben, ebenso Kälte von minus 20 Grad.

  4. Mittel nur nach Beratung

    Chemische Mittel sind schwierig einzusetzen, weil viele nur im leeren Stall angewendet werden dürfen. Lassen Sie sich vor dem Einsatz von Biozid- oder Tierarzneimitteln beraten. Raubmilben sind eine Alternative.

Zwei braune Hennen sitzen dicht nebeneinander auf einer Holzstange im Stall
An den Enden der Sitzstangen verstecken sich Milben besonders gern. Foto: Alexas_Fotos / Pixabay

Würmer und Wurmkur

Spulwürmer und Bandwürmer sind die häufigsten inneren Parasiten bei Hühnern im Garten. Sie stammen meist aus verschmutztem Boden und Einstreu. Bei leichtem Befall zeigen die Hühner oft keine Anzeichen; schwerer Befall macht sie matt, appetitlos und lässt die Leistung sinken. Eine Wurmkur nach Kalender ist nicht der beste Weg: Fachleute raten, vor allem Tiere mit starkem Befall und Krankheitszeichen zu behandeln, damit sich keine Resistenzen bilden.

  • Kotprobe: Ihre Tierarztpraxis untersucht eine Sammelkotprobe auf Wurmeier. Weil Würmer nicht ständig Eier ausscheiden, schließt ein negatives Ergebnis einen Befall nicht sicher aus.
  • Behandlung: In Europa ist Flubendazol verbreitet. Bei Hühnern, deren Eier Sie essen, nur zugelassene Mittel verwenden und die Wartezeit für Eier einhalten. Während der Mauser sollte Fenbendazol nicht gegeben werden, weil es das Nachwachsen der Federn stören kann.
  • Vorbeugen: saubere, trockene Einstreu, Auslauf wechseln oder teilen, neue Tiere getrennt eingewöhnen.

Impfen: Newcastle-Krankheit und Marek

Gegen die Newcastle-Krankheit müssen in Deutschland alle Hühner- und Truthuhnbestände geimpft sein, unabhängig von der Tierzahl. Die Impfung wird nach den Angaben des Impfstoffherstellers wiederholt, damit der Schutz nie abreißt. Hobbyhalter dürfen den Trinkwasserimpfstoff seit 2020 unter Auflagen selbst geben. Voraussetzung ist eine bestandsbetreuende Tierarztpraxis, die den Bestand mindestens vierteljährlich untersucht, Sie vorher schult und einen schriftlichen Anwendungsplan erstellt. Bewahren Sie die Impfnachweise auf.

Die Mareksche Krankheit wird durch ein Herpesvirus ausgelöst, das sich über Federstaub verbreitet und monatelang in Einstreu und Staub überlebt. Erkrankte Hühner bekommen Tumoren an Nerven und Organen; typisch sind Lähmungen, zum Beispiel ein Bein nach vorn und eines nach hinten gestreckt. Die Krankheit tritt meist zwischen der 4. und 14. Lebenswoche auf und ist nicht behandelbar. Geschützt wird über eine Impfung direkt nach dem Schlupf. Fragen Sie beim Kauf von Küken und Junghennen, ob sie gegen Marek geimpft sind.

Durchfall

Etwas weicherer Kot nach viel Grünfutter oder bei Hitze ist normal. Sehr wässriger, schleimiger oder blutiger Durchfall ist es nicht. Bei Hühnern im Alter von einem bis vier Monaten ist Kokzidiose eine häufige Ursache. Sie zeigt sich mit oft blutigem Durchfall, Leistungsabfall, Mattigkeit und Todesfällen. Kokzidien vermehren sich in feuchter, stark verschmutzter Einstreu, Überbelegung erhöht das Risiko. Vorbeugend wirken trockene Einstreu, saubere Tränken, Kükenfutter mit Kokzidiostatikum oder eine Impfung in der Brüterei.

Auch Würmer, verdorbenes Futter oder Infektionen können Durchfall auslösen. Grünlich-weißer Durchfall zusammen mit Mattigkeit und Legeeinbruch kann ein Zeichen der Geflügelpest sein. Bei blutigem Durchfall oder mehreren betroffenen Tieren rufen Sie die Tierarztpraxis an und bringen eine frische Kotprobe mit.

Niesen, Röcheln, Schnupfen

Atemwegserkrankungen sind bei Hühnern ernst zu nehmen, weil sie sich schnell in der Gruppe ausbreiten. Häufige Ursachen sind Mykoplasmen, die eine chronische Atemwegserkrankung auslösen und sich langsam entwickeln, und die Infektiöse Bronchitis, die sich sehr schnell ausbreitet und bei Legehennen zu verformten Eiern führt. Husten und Niesen gehören aber auch zu den Anzeichen der Geflügelpest. Trennen Sie niesende Tiere ab, sorgen Sie für einen trockenen, gut gelüfteten Stall und lassen Sie die Ursache tierärztlich klären. Antibiotika ohne Diagnose helfen meist nicht und belasten die Eier.

Federpicken und Kannibalismus

Wenn Hühner sich gegenseitig Federn auszupfen oder blutig picken, steckt fast immer ein Haltungsproblem dahinter. Bei Küken unter zwei bis drei Wochen beginnt Kannibalismus selten; bei jungen Tieren sind Durchfall oder zu wenig Futter typische Auslöser. Bei ausgewachsenen Hühnern helfen:

  • weniger Tiere auf der Fläche oder mehr Platz,
  • zusätzliche Futterstellen, damit rangniedere Tiere ungestört fressen,
  • Beschäftigung: Scharrmaterial, aufgehängtes Grünfutter, Sandbad,
  • weniger grelles Licht im Stall; rotes Licht verdeckt die Farbe von Blut.

Verletzte Hühner trennen Sie sofort ab, denn Blut zieht weiteres Picken an. Stark bepickte Tiere sollten tierärztlich untersucht werden.

Geflügelpest (Vogelgrippe) und Stallpflicht

Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. In Deutschland häufen sich die Ausbrüche bei Wildvögeln und Geflügel im Herbst und Winter; das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlicht laufend eine aktuelle Risikoeinschätzung. Als Halter haben Sie drei feste Pflichten:

  1. Wildvögel fernhalten

    Füttern nur an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind; kein Oberflächenwasser zum Tränken; Futter und Einstreu unzugänglich lagern.

  2. Verluste abklären lassen

    Sterben in einem Bestand bis 100 Tiere innerhalb von 24 Stunden mindestens drei Hühner, oder sinkt die Legeleistung um mehr als 5 Prozent, müssen Sie unverzüglich tierärztlich abklären lassen, ob Geflügelpest dahintersteckt.

  3. Stallpflicht befolgen

    Ordnet Ihr Landkreis eine Aufstallung an, müssen die Hühner in einen geschlossenen Stall oder unter eine dichte Abdeckung mit gesicherten Seiten. Netze nach oben sind nur mit höchstens 25 Millimetern Maschenweite erlaubt.

Typische Anzeichen sind Mattigkeit, Atemprobleme, Niesen, blau verfärbte oder geschwollene Kämme, Kehllappen und Beine, grünlich-weißer Durchfall, weniger Eier und plötzliche Todesfälle. Bei Verdacht rufen Sie sofort Tierarzt oder Veterinäramt an und bringen keine Tiere vom Grundstück.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Milben bei Hühnern?

Nachts mit der Taschenlampe an Sitzstangen und Hühnern nachsehen. Tagsüber finden Sie die Roten Vogelmilben in Ritzen, an den Enden der Stangen und in Nestern, oft als graue oder rötliche Ansammlungen.

Wie oft muss man Hühner entwurmen?

Nicht nach festem Kalender. Lassen Sie regelmäßig eine Kotprobe untersuchen und behandeln Sie nach tierärztlicher Empfehlung, wenn ein Befall vorliegt.

Ist die Impfung gegen Newcastle Pflicht?

Ja. In Deutschland gilt für jeden Hühner- und Truthuhnbestand ein Impfgebot, unabhängig von der Tierzahl.

Was tun, wenn ein Huhn plötzlich tot ist?

Ein einzelner Todesfall kann viele Ursachen haben. Sterben aber mehrere Tiere innerhalb kurzer Zeit, verständigen Sie sofort Tierarzt oder Veterinäramt. Bei bis zu 100 Tieren ist das ab drei Verlusten in 24 Stunden Pflicht.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Vogelmilben
  2. MSD Veterinary Manual: Helminthiasis in Poultry
  3. MSD Veterinary Manual: Marek Disease in Poultry
  4. MSD Veterinary Manual: Common Infectious Diseases in Backyard Poultry
  5. MSD Veterinary Manual: Common Management-Related Problems in Backyard Poultry
  6. LAVES Niedersachsen / Landkreis Lüneburg: Informationen für Hobbyhalter zur Impfung gegen die Newcastle-Krankheit
  7. Friedrich-Loeffler-Institut: Aviäre Influenza (AI) / Geflügelpest
  8. Bundesministerium der Justiz: Geflügelpest-Verordnung, § 3 Fütterung und Tränkung, § 4 Früherkennung, § 13 Aufstallung

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  • Rote Vogelmilbe bekämpfen
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