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Das Wichtigste in Kürze
- Stall: rund 0,2 m² Boden je Huhn, insgesamt mindestens 2,5 m².
- Sitzstangen: 20 cm je Huhn, mindestens 20 cm von der Wand, 30 cm Abstand zwischen Stangen auf gleicher Höhe.
- Legenest: eines für höchstens 7 Hennen, mindestens 35 × 25 cm.
- Auslauf: mindestens 1 m² je Huhn, besser viel mehr; Zaun mindestens 30 cm tief eingraben.
- Im Winter schadet Feuchtigkeit mehr als Kälte: lüften, Einstreu trocken halten.
Ein guter Hühnerstall ist trocken, zugfrei, gut zu lüften, leicht sauber zu halten und nachts für Fuchs und Marder unüberwindbar. Dazu kommt ein Auslauf, in dem die Hühner scharren, picken und im Sand baden können. Diese Übersicht geht vom Grundriss über die Einrichtung bis zum Schutz vor Raubtieren. Welche Pflichten vor dem Bau zu klären sind, etwa Bebauungsplan und Nachbarn, steht in der Übersicht Hühner halten.
Wie groß muss der Hühnerstall sein?
Für Legehennen im Garten rechnet man mit etwa 0,15 bis 0,2 Quadratmetern Stallfläche je Huhn, dazu 0,75 bis 1 Quadratmeter Auslauf je Tier als untere Grenze. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung schreibt für Betriebe vor, dass eine Haltungseinrichtung für Legehennen mindestens 2,5 Quadratmeter groß sein muss und dass höchstens neun Hennen auf einem Quadratmeter nutzbarer Fläche leben dürfen. Für einen Gartenstall nehmen wir den großzügigeren Wert und die Mindestgröße zusammen: 0,2 m² je Huhn, aber nie weniger als 2,5 m².

| Hühner | Stallboden | Sitzstange | Nester | Auslauf (Minimum) |
|---|---|---|---|---|
| 3 | 2,5 m² | 0,6 m | 1 | 3 m² |
| 5 | 2,5 m² | 1,0 m | 1 | 5 m² |
| 10 | 2,5 m² | 2,0 m | 2 | 10 m² |
| 20 | 4,0 m² | 4,0 m | 3 | 20 m² |
Die Auslaufwerte sind ein Minimum. Auf so kleiner Fläche ist das Gras nach wenigen Wochen weggescharrt. Je mehr Platz Sie bieten, desto länger bleibt der Boden grün und desto weniger streiten die Hühner. Große Rassen wie Brahma oder Cochin brauchen spürbar mehr Raum als Zwerghühner; Hinweise dazu finden Sie in der Übersicht Hühnerrassen.
Sitzstangen richtig anbringen
Hühner schlafen erhöht auf Stangen. Für die Abstände gibt die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung Mindestwerte vor, die sich auch für den Garten bewährt haben: mindestens 20 Zentimeter Abstand zur Wand, mindestens 15 Zentimeter Stange je Henne und ein waagerechter Abstand von mindestens 30 Zentimetern zwischen Stangen auf gleicher Höhe. Wir empfehlen 20 Zentimeter je Huhn, bei schweren Rassen mehr.

- Form: rund oder mit abgerundeten Kanten, etwa 4 bis 5 Zentimeter breit, damit die Füße die Stange umgreifen können.
- Höhe: höher als die Nester, sonst schlafen die Hühner im Nest und verschmutzen es.
- Kotbrett: Ein Brett unter den Stangen fängt den Nachtkot auf und lässt sich täglich abkratzen.
- Abnehmbar: Stangen, die Sie herausnehmen können, erleichtern die Milbenkontrolle. Die Rote Vogelmilbe versteckt sich tagsüber gern an den Enden der Stangen.
Legenest

Für höchstens sieben Hennen muss in Betrieben ein Einzelnest von mindestens 35 mal 25 Zentimetern vorhanden sein. Im Garten sind zwei Nester für fünf Hennen bequemer, weil viele Hennen zur gleichen Zeit legen wollen. Das Nest sollte etwas abgedunkelt, mit sauberem Stroh oder Spänen eingestreut und tiefer als die Sitzstangen angebracht sein. Große Rassen brauchen größere Nester und einen niedrigen Einstieg. Mehr zum Legen und warum Hennen manchmal aufhören, steht unter Eier, Jahreszeiten und Küken.
Einstreu: trocken ist wichtiger als dick
Gute Einstreu bindet Kot und Feuchtigkeit. Bewährt haben sich Hobelspäne, Stroh, Strohhäcksel oder Hanfstreu. Die Feuchte sollte bei etwa 20 bis 25 Prozent liegen. Der Handtest: Eine Handvoll Einstreu sollte beim Zusammendrücken kurz zusammenhalten und dann wieder zerfallen. Klebt sie zu einem Klumpen, ist sie zu nass; staubt sie, ist sie zu trocken. Nasse Stellen unter der Tränke tauschen Sie sofort aus. In feuchter, stark verschmutzter Einstreu vermehren sich Kokzidien und Wurmeier.
Hühnerstall winterfest machen

Hühner fühlen sich zwischen etwa 13 und 24 Grad am wohlsten, kommen mit ihrem Gefieder aber auch mit Frost zurecht. Gefährlicher als Kälte sind Zugluft und Feuchtigkeit: Feuchte Luft im Stall begünstigt Atemwegserkrankungen und Erfrierungen an Kamm und Kehllappen. Eine Heizung braucht ein gesunder Gartenstall in der Regel nicht.
Zugluft abdichten
Ritzen und Spalten auf Sitzhöhe schließen. Dabei verschwinden auch Verstecke für Milben.
Lüftung oben offen lassen
Feuchte, warme Luft muss oberhalb der Hühner abziehen können. Lüftungsöffnungen mit engmaschigem Gitter gegen Marder und Ratten sichern.
Einstreu erneuern
Vor dem Winter frische, trockene Einstreu einbringen und nasse Stellen sofort ersetzen.
Wasser frostfrei halten
Die wichtigste Winteraufgabe. Wie das klappt, lesen Sie unter Hühner füttern.
Stallpflicht vorbereiten
Im Herbst und Winter ordnen Behörden bei Geflügelpest-Gefahr oft an, dass Geflügel aufgestallt wird. Planen Sie, wie Ihre Hühner dann im Stall oder unter einem abgedeckten Auslauf leben können.
Auslauf und Zaun

Ein Auslauf sollte Sonne und Schatten bieten, Büsche als Deckung, eine trockene Ecke für das Sandbad und Wasser, das vor Wildvögeln geschützt ist. Teilen Sie größere Flächen, damit sich ein Teil erholen kann, während der andere genutzt wird. Für den Zaun gilt: Graben Sie ihn mindestens 30 Zentimeter tief ein, damit Fuchs und Hund sich nicht durchgraben, und bauen Sie ihn so hoch wie möglich. Ein Elektrodraht oben und unten am Zaun macht ihn deutlich sicherer.
Schutz vor Fuchs, Marder und Habicht
| Räuber | Wann | Wie er reinkommt | Was hilft |
|---|---|---|---|
| Fuchs | Dämmerung, nachts, auch tagsüber | gräbt unter dem Zaun durch, springt und klettert | ✓ Zaun eingraben, Elektrodraht, Hühner nachts einschließen |
| Marder | nachts | durch kleinste Lücken, auch Lüftungsöffnungen | ✓ Stall rundum dicht, Gitter statt Kaninchendraht, Klappe abends schließen |
| Habicht | tagsüber | von oben in den offenen Auslauf | ✓ Netz über dem Auslauf, Büsche und Unterstände als Deckung |
| Ratte | nachts | von unten, durch kleine Löcher | ✓ Futter abends wegräumen, Gitter unter dem Boden |
Die wichtigste Regel ist einfach: Die Hühner gehen abends von selbst in den Stall, und dann wird die Klappe geschlossen, jeden Abend. Eine automatische Hühnerklappe mit Lichtsensor oder Zeitschaltuhr hilft, wenn Sie abends nicht zu Hause sind. Ein Netz über dem Auslauf schützt nicht nur vor dem Habicht, es hilft auch bei einer Stallpflicht: Die Geflügelpest-Verordnung erlaubt dann Netze als Abdeckung nach oben nur mit einer Maschenweite von höchstens 25 Millimetern.
Sandbad

Hühner baden in trockener Erde oder Sand, um ihr Gefieder zu pflegen. Bieten Sie eine überdachte Ecke mit trockener, lockerer Erde oder Sand an, mindestens so groß, dass zwei Hennen gleichzeitig baden können. Im Sommer nutzen die Hühner schattige Sandbäder auch zum Abkühlen; ab etwa 24 Grad beginnt für Hühner Hitzestress. Bleibt das Sandbad im Winter trocken, wird es das ganze Jahr genutzt.
Häufige Fragen
Wie viele Hühner auf einen Quadratmeter?
Im Stall rechnen wir mit 0,2 m² je Huhn, also fünf Hühnern je Quadratmeter Stallboden. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erlaubt in Betrieben höchstens neun Legehennen je Quadratmeter nutzbarer Fläche; im Garten sollten es weniger sein.
Wie hoch müssen Sitzstangen sein?
Höher als die Legenester, damit die Hühner nicht im Nest schlafen. Für schwere Rassen nicht zu hoch, damit sie sich beim Herunterspringen nicht verletzen.
Braucht ein Hühnerstall im Winter eine Heizung?
In der Regel nicht. Wichtiger sind ein zugfreier, trockener Stall, gute Lüftung oberhalb der Hühner und Wasser, das nicht einfriert.
Wie tief muss der Zaun gegen den Fuchs eingegraben werden?
Mindestens 30 Zentimeter. Zusätzlich hilft ein Elektrodraht oben und unten am Zaun.
Quellen
- Bundesministerium der Justiz: Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, § 13a Haltungseinrichtungen für Legehennen
- MSD Veterinary Manual: Management of Backyard Poultry (Flächen, Einstreufeuchte, Temperaturbereich, Zaun)
- MSD Veterinary Manual: Common Infectious Diseases in Backyard Poultry (Kokzidien in feuchter Einstreu)
- Bundesministerium der Justiz: Geflügelpest-Verordnung, § 13 Aufstallung
- Umweltbundesamt: Vogelmilben
Bald in diesem Thema
- Hühnerstall winterfest machen
- Legenest bauen
- Sitzstangen richtig anbringen
- Hühner vor dem Fuchs schützen
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