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Huhn & Hof

Eier, Jahreszeiten & Küken

Mauser bei Hühnern: Dauer, Ablauf und was hilft

Von 8 Min. Lesezeit

Rotbraune Henne steht im Herbstlaub vor einem alten Holzschuppen
Foto: marcinw / Pixabay

So entsteht dieser Ratgeber: mit KI-Unterstützung recherchiert und geschrieben, von Erdi Doğan anhand der unten genannten Quellen geprüft und überarbeitet. Unsere Arbeitsweise

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Federn im ganzen Stall, kahle Stellen am Hals und kaum noch Eier: Im Herbst steckt dahinter fast immer die Mauser, der jährliche Federwechsel der Hühner. Sie ist keine Krankheit. Werden die Tage kürzer, hören Hennen ohne Zusatzlicht auf zu legen und tauschen ihr Gefieder aus; das dauert meist drei bis vier Monate, manchmal länger. Hier lesen Sie, in welcher Reihenfolge die Federn fallen, wie Sie die Mauser von Milben, Federlingen und Federpicken unterscheiden und was Ihren Hennen in dieser Zeit wirklich hilft. Den Überblick über das ganze Hühnerjahr finden Sie unter Eier, Mauser, Glucke und Küken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auslöser: kürzere Tage im Herbst. Auch Futter- oder Wassermangel, Krankheit und Stress können eine Mauser auslösen.
  • Dauer: meist drei bis vier Monate, je nach Henne zwei bis sechs Monate.
  • Reihenfolge: Kopf, Hals, Brust, Körper, Flügel, zuletzt der Schwanz.
  • Eier: Die meisten Hennen legen erst nach der Mauser wieder.
  • Hilfe: Alleinfutter, Ruhe, ein trockener Stall und ein prüfender Blick auf Milben.

Wann mausern Hühner?

Die meisten Hühner im Garten mausern im Herbst. Der Auslöser ist das Licht: Nimmt die Tageslänge ab, hören Hühner, die nur Tageslicht haben, auf zu legen und beginnen mit dem Federwechsel. Nach dem MSD Veterinary Manual sollte jede Henne mindestens einmal im Jahr mausern.

Bekommen die Hühner Zusatzlicht im Stall, legen die meisten etwa ein Jahr lang, bevor sie in die Mauser gehen. Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) weist außerdem darauf hin, dass eine Mauser unabhängig von der Jahreszeit beginnen kann, wenn Futter oder Wasser knapp werden oder ein Tier krank ist. Verliert eine Henne also im Frühjahr oder Sommer plötzlich viele Federn, lohnt sich ein genauer Blick: War die Tränke leer, gab es Aufregung im Stall, wirkt die Henne krank?

Nicht jede Henne mausert gleich. Die Mississippi State University Extension unterscheidet frühe und späte Mauserer:

TypLegt vor der MauserMauser dauertWoran Sie es erkennen
Späte Mauserer12 bis 14 Monate2 bis 3 MonateSchwungfedern fallen in Gruppen von zwei und mehr; die neuen Federn wachsen gleichzeitig nach
Frühe Mausereroft nur wenige Monate4 bis 6 MonateSchwungfedern fallen einzeln, die Mauser zieht sich hin

Späte Mauserer erreichen danach schneller wieder ihre volle Legeleistung. Für Ihre kleine Herde heißt das vor allem: Wenn eine Henne deutlich länger braucht als die anderen, ist das noch kein Grund zur Sorge, solange sie frisst, trinkt und munter ist.

Goldbraune Henne mit dichtem Gefieder läuft über Laub in einem Auslauf mit Holzpfosten
Wenn im Herbst die Tage kürzer werden, beginnt bei den meisten Hennen der Federwechsel. Foto: McRonny / Pixabay

In welcher Reihenfolge fallen die Federn?

Die Mauser läuft von vorn nach hinten: Zuerst fallen die Federn am Kopf, dann folgen Hals, Brust, Körper und Flügel, zuletzt der Schwanz. Auch innerhalb jeder Körperpartie gibt es eine feste Ordnung. Die großen Schwungfedern am Flügel wechseln von innen nach außen, beginnend bei der Feder, die dem Körper am nächsten sitzt.

Grafik: Reihenfolge der Mauser in sechs Schritten von Kopf, Hals, Brust und Körper über die Flügel bis zum Schwanz, darunter die Dauer von 2 bis 3 Monaten bei späten und 4 bis 6 Monaten bei frühen Mauserern
So wandert die Mauser über den Körper. Zum Vergrößern antippen.

Ein Huhn wird dabei nicht plötzlich nackt, betont der LLH: Die Federn fallen nach und nach, und an den kahlen Stellen schieben sich bald neue Federkiele durch die Haut. Diese wachsenden Kiele sind durchblutet. Das MSD Veterinary Manual beschreibt sogar, dass die Hühnerkörperlaus Blut aufnimmt, indem sie an solchen Kielen nagt. Gehen Sie mit mausernden Hennen deshalb behutsam um.

Ob eine Henne schnell oder langsam mausert, sehen Sie am Flügel: Fehlen mehrere Schwungfedern nebeneinander und wachsen die neuen gleich lang nach, ist es eine zügige Mauser. Schauen Sie am besten abends, wenn die Hühner ruhig auf der Stange sitzen, statt eine Henne eigens dafür einzufangen.

Mauser oder Milben? So unterscheiden Sie es

Kahle Stellen können auch andere Ursachen haben. Die Rote Vogelmilbe, Federlinge und Federpicken hinterlassen ebenfalls Lücken im Gefieder, verlangen aber eine ganz andere Reaktion. Die Tabelle fasst die Unterschiede zusammen:

MerkmalMauserRote VogelmilbeFederlingeFederpicken
Wo fehlen Federn?in fester Reihenfolge vom Kopf zum Schwanzkein festes Muster; Schäden durch Kratzen und Picken an den Bissstellenvor allem rund um die Kloake, an Brust und Schenkelndort, wo andere Hühner zupfen
Haut und Federnglatte Haut mit neuen Federkielengereizte Haut, beschädigtes GefiederEier am Grund der Federn festgeklebt, Läuse bewegen sich auf der Hautausgerissene Federn, oft Wunden und Blut
Wann sichtbar?meist Herbst, Henne für HenneMilben nachts auf dem Huhn, tagsüber in Ritzen, Nestern und an Sitzstangenjederzeit am Tierjederzeit, wenn ein Huhn ein anderes bepickt
Verhaltenoft ruhiger, sonst munterunruhig, schläft nachts schlecht, kratzt und pickt an sichgereizte Haut, bei starkem Befall weniger Eiereinzelne Hennen picken gezielt nach anderen
Was tun?✓ Ruhe und gutes Futter! den Stall behandeln, nicht nur das Huhn! Befall bestätigen, Tierarzt fragen! Ursache in der Haltung suchen, verletzte Tiere abtrennen

Die Rote Vogelmilbe ist mit etwa 0,7 Millimetern kaum mit bloßem Auge zu erkennen und versteckt sich tagsüber, so das Umweltbundesamt. Eine Kontrolle am Abend mit der Taschenlampe an den Sitzstangen, Klebefallen oder kleine Verstecke aus Pappe zeigen, ob Milben im Stall sind. Federlinge dagegen leben auf dem Huhn: Schauen Sie rund um die Kloake und unter den Flügeln nach Eiern an den Federn oder sich bewegenden Läusen. Wie Sie Milben loswerden, steht im Abschnitt Rote Vogelmilbe unseres Gesundheitsratgebers, Hinweise zum Federpicken finden Sie dort ebenfalls.

Legen Hühner in der Mauser Eier?

Meist nicht. Die meisten Hennen hören während der Mauser auf zu legen und beginnen erst wieder, wenn das neue Gefieder fertig ist. Einzelne Hennen legen weiter, mausern dafür aber länger. Der Grund liegt auf der Hand: Federn bestehen zu fast 90 Prozent aus dem Eiweiß Keratin, und ein komplettes neues Federkleid ist für den Körper eine große Leistung. Die Mauser gilt bei Vögeln als energetische Belastung.

Mit Zusatzlicht lässt sich die Legepause zwar verschieben. Nach dem MSD Veterinary Manual erhöht das Licht aber nur die Zahl der Eier in dieser Zeit, nicht die Gesamtzahl der Eier, die eine Henne legt. Wenn Ihre Hennen nicht mausern und trotzdem nicht legen, gehen Sie die übrigen Ursachen im Abschnitt Warum legen meine Hühner keine Eier? durch.

So helfen Sie Ihren Hühnern durch die Mauser

  1. Alleinfutter weitergeben

    Ein Alleinfutter für Legehennen bleibt die Grundlage, weil es Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine im richtigen Verhältnis enthält. Mit zu viel Brot oder Körnern fressen die Hennen davon weniger; Speiseabfälle aus der Küche dürfen Hühnern ohnehin nicht gefüttert werden. Was in den Trog gehört, erklärt der Ratgeber Hühner füttern.

  2. Für Ruhe sorgen

    Stress kann bei Hühnern selbst Federverlust auslösen. Setzen Sie in der Mauser keine neuen Tiere in die Gruppe, ziehen Sie nicht um und nehmen Sie die Hennen nur hoch, wenn es nötig ist; die durchbluteten Kiele sind empfindlich.

  3. Stall trocken und zugfrei halten

    Bei Kälte plustern Hühner ihr Gefieder auf, um sich zu isolieren. Mit Lücken im Federkleid gelingt das schlechter. Ein trockener Stall ohne Zugluft ist jetzt besonders wichtig; Tipps dazu finden Sie unter Stall im Winter.

  4. Parasiten ausschließen

    Prüfen Sie zu Beginn der Mauser einmal gründlich auf Milben und Federlinge, wie oben beschrieben. Im lückigen Gefieder wird ein Befall leicht übersehen oder für die Mauser gehalten.

  5. Täglich hinschauen

    Frisst und trinkt jede Henne, ist sie aktiv, sieht der Kot normal aus? Eine mausernde Henne ist oft ruhiger, sollte aber nicht teilnahmslos in der Ecke sitzen.

Mauser auslösen oder beschleunigen?

Für Hühner im Garten raten wir davon ab. In Legebetrieben wird manchmal eine sogenannte induzierte Mauser eingeleitet, damit eine Herde nach einer Legepause länger genutzt werden kann. Wie eingreifend das ist, zeigt ein Erfahrungsbericht des LLH aus einem hessischen Mobilstall von 2019: Das Licht wurde von 16 auf etwa 8 Stunden verkürzt, und die Hennen bekamen 16 Tage lang nur Hafer. Das Körpergewicht sank von 2.209 auf 1.853 Gramm, also um rund 350 Gramm, und erst etwa 70 Tage später war das Ausgangsgewicht wieder erreicht. Drei Hennen starben während der Mauser, die Ursache blieb unklar. Der LLH empfiehlt, eine solche Mauser nur mit dem Bestandstierarzt zu planen, und schreibt: „Eine Mauser passt aber nicht zu jeder Herde.“

Dazu kommt das Tierschutzgesetz: Nach § 2 muss jeder Halter sein Tier „seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren“. Futter oder Wasser zu entziehen, um eine Mauser zu erzwingen, kommt für eine Hobbyhaltung deshalb nicht in Frage. Auch für Mittel, die eine Mauser „verkürzen“ sollen, haben wir keine verlässliche Quelle gefunden. Geben Sie Ihren Hennen lieber die Zeit, die sie brauchen.

Wann zum Tierarzt?

  • Federverlust mit roter, wunder, verkrusteter oder blutender Haut.
  • Die Henne frisst nicht mehr, sitzt teilnahmslos herum oder magert sichtbar ab.
  • Kahle Stellen bleiben wochenlang, ohne dass neue Federkiele nachwachsen.
  • Mehrere Hühner wirken gleichzeitig krank, haben Durchfall oder Atemprobleme. Sterben Tiere plötzlich, informieren Sie sofort Tierarzt oder Veterinäramt, denn die Geflügelpest ist anzeigepflichtig.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Mauser bei Hühnern?

Meist drei bis vier Monate. Späte Mauserer sind oft nach zwei bis drei Monaten fertig, frühe Mauserer brauchen vier bis sechs Monate.

Können Hühner im Winter mausern?

Ja. Weil die Mauser mehrere Monate dauert, sind viele Hennen, die im Herbst beginnen, bis in den Winter hinein im Federwechsel. Achten Sie dann besonders auf einen trockenen, zugfreien Stall.

Schwarzes Junghuhn im Laub, am Kopf noch hell und lückenhaft befiedert
Auch junge Hühner wechseln ihr Gefieder, hier ist der Kopf noch lückenhaft befiedert. Foto: erwinbosman / Pixabay

Mausern Küken und Junghennen auch?

Ja, aber anders. Küken ersetzen ihren Flaum nach und nach durch Federn, und junge Vögel machen meist eine Teilmauser. Die große Mauser mit Legepause betrifft Hennen, die bereits eine Zeit lang gelegt haben.

Was hilft Hühnern in der Mauser?

Vollwertiges Alleinfutter, Ruhe in der Gruppe, ein trockener und zugfreier Stall und eine Kontrolle auf Milben und Federlinge. Wundermittel, die die Mauser verkürzen, brauchen Sie nicht.

Mehr zum Legen, Brüten und Aufziehen im Lauf des Jahres finden Sie im Ratgeber Eier, Mauser, Glucke und Küken.

Quellen

  1. MSD Veterinary Manual: Laying and Reproduction in Backyard Poultry
  2. MSD Veterinary Manual: Management of Backyard Poultry
  3. MSD Veterinary Manual: Lice of Poultry
  4. Mississippi State University Extension: Molting of laying hens
  5. Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH): Induzierte Mauser – ein Erfahrungsbericht
  6. Umweltbundesamt: Vogelmilben
  7. CORDIS, Forschungsinformationsdienst der EU: Projekt 101023306 (Keratin in Federn)
  8. Wikipedia: Mauser (Vögel)
  9. Tierschutzgesetz: § 2 TierSchG

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